Binger Schifferverein 1895 e.V.
Schiffer- und Lotsenmuseum

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Das Binger Lotsenhaus, von heute über das gestern und nach morgen

Mit der Wiedereröffnung hat das Lotsenmuseum im Jahr 2023 einen neuen Rekord aufgestellt: 1649 Besucher zählt das "Dienstbuch", in dem die "Diensttuenden" traditionell alle wichtigen Ereignisse verzeichnen. Das neue Konzept ist aufgegangen. Neue Ausstellungsstücke wie ein Maschinentelegraph bereichern die Sammlung. Die vielen Kinder die zum nahen Spielschiff strömen werden von den großen Schiffsglocken angezogen, und so mancher erlernt mit den Seilknoten die ersten Fachkenntnisse eines Binnenschiffers. Ein echter Lotsennachen, der Schlumpf, wurde von den aktiven liebevoll restauriert und liegt neben dem Lotsenhaus.

Das Museum hat sich weiterentwickelt. Ob es die echten Rheinkiesel sind, die von einer Künstlerin geschickt in dauerhafte Andenken verwandelt wurden, oder neue Broschüren über die Geschichte der Schifffahrt am Rhein. Eine große Außentafel gibt 24/24 h 7/7 Tage gratis über die schwierige Rheinfahrt im Gebirge Auskunft. Mit Hilfe von QR-Codes können alle Hinweise in allen Sprachen der Welt abgerufen werden und die Karte ist jetzt im Museum zum Mitnehmen erhältlich. Daneben betreibt der Schifferverein Forschung und sammelt Materialen zu allen Aspekten der Geschichte auf dem Rhein. Zur Webseite ist eine Instagram-Seite @Rhein.Lotsen.Bingen hinzugekommen, um alle Interessierten zu erreichen.

Das Museum wächst, auch wenn das Gebäude keine Vergrößerung zuläßt. Aber durch befreundete Vereine und Initiativen wird das ganze Binger Rheinufer zu einem großen Museum. Direkt neben dem Lotsenhaus liegt der Pegel, an dem auch die historischen Hochwassermarken zu sehen sind. Kurz dahinter dreht sich der alte Kran zuverlässig seit 1487. Stromabwärts kommt der Besucher zuerst zum Museum am Strom und seiner Abteilung Rheinromantik. Die Gemälde kommen aus der Zeit, als das Rheintal zum Top-Touristenmagnet Europas wurde. Und schließlich zeigt das Stellwerk Bingen im Park am Mäuseturm ein Trajekt, mit dem Eisenbahnwaggons die Rheinseite wechseln konnten. Und am multimedialen Pult wird der Lotse Adam Strack und der Warschauer Anton Berges wieder zum Leben erweckt.

Trotz Digitalisierung modernisiert sich das Museum aber auch menschlich. Schon immer war es mehr als ein Museum, denn die Schiffervereine sind jahrhunderte alte Zunftvereine, bei denen sich die Mitglieder gegenseitig beistehen. Und so treffen sich zu den Öffnungszeiten auch immer "schiffische" Menschen zum ungezwungenen Austausch unter dem Baum neben dem Museum. Daraus wächst langsam das "Erzählmuseum" heran, bei dem es eine Gesprächsrunde zu einem bestimmten Thema gibt.

Und wie sieht die Zukunft aus? Träume gibt es viele. Da liegen einige "Binger" Boote noch unerreichbar für Besucher. Der Mäuseturm steht ehrfürchtig, aber oft einsam auf seiner Insel. Und gemeinsam mit den anderen "Rheinmuseen" in Bingen und weiter stromauf- oder abwärts gibt es noch viel zu tun - die Bundesgartenschau 2029 ist dazu der nächste Kilometerstein.

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